Eine Serie von zwei Filmen

Fotografie tut mir gut. Ich muss mein Hobby wieder mehr pflegen. Es hat positiven Einfluss auf mein Wohlbefinden. Als Ausgleich zum Stress lässt es mich durchatmen. Ich bewege mich durch die Landschaft. Ich lasse den Blick schweifen. Ich entdecke neue Wege. Ich gewinne neue Einsichten.

Zu dieser Selbsterkenntnis gelange ich nach einer bewegten Zeit im Job und mit Weiterbildung. Der Urlaub mit Zeit zum Fotografieren hat mir natürlich gut getan.

Endlich habe ich auch eine Rolle belichteten Film aus dem Februar entwickelt. Aus zwei Filmen ist jetzt eine neue Serie entstanden.

France

Die Aufnahmen liegen zeitlich und geografisch teilweise weit auseinander. Es sind zwei meiner kompakten Kleinbildkameras zum Einsatz gekommen. Beim Fotografieren war noch keine Idee zu irgend einer Serie geboren.

Da zieht sich etwas durch die Bildsprache. Da ist ein Ausdruck von Gelassenheit und ehrlichem Hinschauen zu erkennen.

Oder was ist es, was einem gut tut?

Ohne Kamera in die Ferien – das Fotojahr 2015

Erstmals seit langer Zeit nahm ich im Dezember keine meiner Kameras mit in die Familienferien. Schon im Sommer habe ich in den Ferien keine Fotos gemacht, obwohl ich eine Kamera mit dabei hatte. Nur im Kurzurlaub im Herbst brachte ich ein paar Aufnahmen zustande.

Diese Beobachtung scheint mir treffend für mein Fotojahr 2015. Ich habe wenig fotografiert, nicht an Projekten gearbeitet, mir kaum Zeit für «Slow Photography» genommen.

Was hat mein Fotojahr 2015 denn überhaupt zu bieten?

In besonderer Erinnerung sind mir die Fotos aus der Aareschlucht. Es ist eine kleine Serie zusammen gekommen. Fotografiert habe ich mit der Contax Contina, die ich im Mai am Flohmarkt bei uns im Quartier gekauft hatte.

winter landscape

Das zweitwichtigste Ereignis im Fotojahr 2015: die beiden Besuche in Braunwald. Obwohl auch hier Familie dabei war, sind Fotos entstanden. Die Fotos im Schnee fanden auf Flickr einige Beachtung.

Dann war da im Mai die Reise an die Nordsee in Belgien. Die Resultate haben einzeln eine gewisse Besonderheit. Es entstand aber keine Serie, keine Geschichte, die ich zu erzählen hätte.

Bestritten habe ich natürlich auch den Lochkameratag. Ich war unterwegs im Sagentobel.

Nicht zu vergessen sind die Aufnahmen vom Gotthardpass im Oktober. Ich habe Felsformationen und die Tremola fotografiert.

Durchgesetzt hat sich im Rückblick das Hochformat. In diesem Jahr habe ich ausschliessliche Schwarzweissfilm belichtet.

Ja, und dann läuft dieses Jahr auch mein Versprechen ab, nur in die Filmfotografie zu investieren. Am 15. November 2010 schrieb ich:

In fünf Jahren sieht dann alles anders aus und wahrscheinlich ist dann die Zeit, um eine gute digitale Spiegelreflexkamera zu kaufen.

Schön und gut, aufdrängen tut sich eine solche Anschaffung jedoch nicht. Der Gedanke an das Grossformat, den ich vor fünf Jahren schon hegte, ist dafür immer noch lebendig.

Ich überstürze nichts – sind doch auch neue kostspielige Hobbys dazu gekommen. Viel eher möchte ich mir einfach wieder einmal für «Slow Photography» Zeit nehmen.

Als Langsam-Blogger ans WordCamp Switzerland 2015

Seit November 2005 benutze ich WordPress für dieses Blog. Beruflich betreue ich mehrere WordPress-Sites und ich entwickle mit meinem Team ein Produkt mit WordPress.

Deshalb besuche ich dieses Wochenende zum ersten Mal das WordCamp Switzerland in Zürich. Das ist eine Tages-Konferenz mit gedrängtem Programm, wo sich Freizeit-Blogger und Business-User, Entwickler und Redaktoren treffen und austauschen. Alles dreht sich um das Open-Source-CMS, das von über 60 Millionen Leuten benutzt wird und als besondere Merkmale Ästhetik, Webstandards und Benutzerfreundlichkeit herausstreicht.

So markiert dieser Beitrag also einen Event, an dem gerne das Gute an WordPress gelobt werden darf, und hoffentlich Tipps weitergegeben werden, um auch die Schwächen in den Griff zu bekommen.

Und wenn ich im Technopark im Saal sitze, werde ich mich mit Sicherheit an den Vortrag von Steve Wozniak erinnern, den ich hier am Tweakfest07 hörte, und damals in meinem WordPress-Blog dokumentierte.

Wie etwas fotografiert aussieht

Dieser Artikel soll zusammenfassen, welche Überlegungen ich mir in den letzten Monaten zu meinem Fotografieren so gemacht habe. Sie alle hängen miteinander zusammen. Es fühlt sich wie eine persönliche Weiterentwicklung des Sehens und der Bildsprache an.

  • Näher an den Boden. Dieses Thema habe ich im April schon angesprochen. In die Praxis umgesetzt habe ich es mit einigen Aufnahmen am Lochkameratag. Und auch in den Dünen an der Nordsee in Belgien.
  • Hochformat. Der nahe Vordergrund, das Mittelfeld und der Hintergrund lassen sich im Hochformat auf interessante Weise miteinander in mehreren Schichten kombinieren. Diese Tiefe im Bild bietet sich fast besser an für Nebeneinanderstellungen («Juxtaposition») – Gegenstände, die eigentlich weit auseinander liegen, erscheinen im Bild nahe zusammen. Seit neustem ziehe ich immer öfter das Hochformat dem klassischen Landschafts-Format vor.
  • Wie etwas aussieht, nicht was etwas ist. Es ist das bekannte Quote von Garry Winogrand: Photography is not about the thing photographed. It is about how that thing looks photographed. Oft habe ich mich zu sehr an das Ding gehalten, es ungestört, nicht abgeschnitten abzubilden. Dabei habe ich zu wenig darauf geachtet, wie die Umgebung, das Licht ein Ding in seinem Aussehen verändern können. Auch darin stecken viel mehr Möglichkeiten für interessante visuelle Effekte.

Ich werde auch wieder einmal im Bücherregal nach «Mein Weg zur Fotografie» von Hans Finsler greifen und daraus weitere Ideen für eine neue Auseinandersetzung mit der Fotografie finden.

Ein jüngeres Bild, das diese Tendenz zeigt, ist das Bild weiter unten. Viele Schwarzweiss-Hochformatbilder sind mit dieser Suchabfrage dank Flickrs Format-Filter zu sehen.

road

Auch ein Weg ans Meer: an die Küste Belgiens

Besucher interessieren sich häufig für den Weg von der Schweiz ans Meer. Das zeigen die Treffer über Suchmaschinen für den Beitrag «Was ist der kürzeste Weg von Zürich ans Meer?».

Ich setze mich diesen Monat erneut in den Zug und reise ans Meer. In 8 Stunden 40 erreiche ich die Nordsee in Belgien. Die Verbindung geht über Paris und Brüssel. Auf dem Heimweg nehme ich die Strecke via Brüssel und Frankfurt.

Belgien, als eher unbekanntes Reiseland, bietet eine lange Küste mit vielen Badestädten und zur See ausgerichteten Hochhäusern. Entlang der Küste verkehrt ein Tram. In Blankenberge hat es eine Seebrücke. Gleich an der Grenze zu den Niederlanden ist das Natur- und Vogelschutzgebiet Het Zwin.

Das sind die Plätze, die ich besuche. Und dazu wohl auch einen Abstecher nach Brügge.

Mit diesem Reisehinweis kann ich auch wie gewohnt Bericht über meine Fotopackliste erstatten. Ich fotografiere mit der Fujica G690 auf Schwarzweissfilm. Also die gleiche Ausstattung wie sie für die Serie «Das Meer begrenzt die Insel» zum Einsatz kam. Doch in denke, die Fotos werden anders aussehen. Eben näher an den Boden. Als Inspiration begleiten mich Jungjin Lee und Harry Callahan wie schon vor zwei Jahren nach Portugal.

Näher an den Boden [Update: Video]

In der Natur die Dreikäsehoch-Perspektive einnehmen und Kleinlandschaften aus Gräsern, Sand und Steinen fotografieren. Diese Vorstellung begleitet meine Gedanken, die ich mir zum bevorstehenden Lochkameratag und meinen nächsten Reisen mache.

Kleines ganz gross werden lassen. Schatten und Muster benutzen. Abstrakte Bilder aus natürlichen Texturen und Licht. Und wieder in Schwarzweiss. Wir werden sehen, ob ich diesen Ideen treu bleiben werde.

[Update] Ich bin auf dieses Video von Jim Austin (via Film Photography Project) gestossen, in dem er uns in vier Minuten an sein Verständnis der «Slow Photography» heranführt.

Im Video sagt Jim den Satz, er gehe vermehrt näher an den Boden um dort Fotos zu finden (2:34). Das passt gut zu diesem Post, deshalb soll das Video hier eingefügt werden.