Fotografieren mit Blitz

Blitz ist ein schwacher Ersatz für die Sonne. Ist es dunkel oder Sie möchten in Innenräumen fotografieren, sind Sie jedoch auf das Blitzlicht angewiesen. Gerade über die Weihnachts- und Neujahrstage wird wieder viel fotografiert. Die Resultate sind manchmal entäuschend, weil Blitzfotos oft nicht gelingen.

Problem Blitzlicht

Blitzlicht ist Kunstlicht. Eine Kunst ist auch sein richtiger Einsatz. Folgende Eigenschaften führen zu Problemen beim Fotografieren mit Kompaktkameras und eingebautem Blitz:

  • Geringe Leistung. Eingebaute Blitzlichter in Kompaktkameras können nur einen kleinen Raum beleuchten. Die Leistung reicht meist nur für rund zwei Meter Distanz. Sind Sie weiter von Ihrem Objekt entfernt, bleibt es trotz Blitz im Dunkeln.
  • Frontales Licht. Blitzlicht kommt von vorne und fällt frontal auf das Objekt. Ein Gesicht wird dadurch platt. Ein Kopf wirft einen harten Schlagschatten an die Wand. Eine solche Lichtführung bringt natürliche Formen zum Verschwinden. Ein Blitzfoto zeigt Ihr Gegenüber, wie Sie es unter natürlichen Bedingungen nie sehen.
  • Kaltes Licht. Licht hat eine Farbtemperatur. Blitzlicht entspricht in etwa dem Licht der Mittagssonne. Wärmer ist die Sonne am Morgen und am Abend. Warmes Licht verleiht Fotos eine Stimmung von Nähe und Sinnlichkeit. Diese Stimmung geht oft verloren, wenn geblitzt wird.
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Abhilfe

Für die drei oben beschriebenen Probleme gibt es Lösungen:

  • Kein Blitz oder externer Blitz. Ist Ihr Objekt ausserhalb der Reichweite des eingebauten Blitzes, können Sie eine Langzeitaufnahme ohne Blitz dafür mit Stativ wagen. Das erfordert zwar Experimente, kann aber sehr stimmungsvolle Bilder ergeben. Oder Sie nehmen ein externes Blitzgerät zu Hilfe, das mehr Kraft und zusätzliche Leistung bietet.
  • Indirekt blitzen. Mit eingebauten Blitzlichtern ist das leider auch nicht einfach möglich. Externe Blitzgeräte erlauben es, das Licht an die Decke zu richten, von wo es auf das Ojekt reflektiert wird. Das Licht kommt somit von oben (natürlicher als frontal) und ist weicher. Schlagschatten vermeiden Sie, wenn Ihre Motive etwas von der Wand entfernt sitzen.
  • Restlicht mitaufnehmen. Auch im dunklen Zimmer hat es Restlicht vielleicht von einer Kerze oder Lampe. Dieses Licht können Sie stimmungsvoll einfangen. Dazu müssen die Kameraeinstellungen etwas abgeändert werden. Wählen Sie eine Belichtungszeit länger als 1/60. So bleibt der Verschluss länger offen und Umgebungslicht fällt durch die Linse. Experimentieren Sie auch mit noch längeren Zeiten. Es treten dann Verwischungseffekte auf, die vielleicht interessant sind.
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Siehe auch:

digitalkamera.de: Weihnachten digital.
Agfanet: Blitzfotografie: Kreativität und Technik pur.

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6 Reaktionen

  1. Eine sehr empfehlenswerte Option zum Fotografieren mit Blitz ist, einen externen Blitz weg von der Kamera per Kabel, Funk oder Wireless auszulösen.
    Das gibt wesentlich mehr Kontrolle über das Blitzlicht als indirektes Blitzen über die Decke oder Wand.

  2. Sam, danke für den Hinweis auf die ganze Strobist-Thematik. Das sind Möglichkeiten, die natürlich weit über das hinausgehen, was ich hier beschrieben habe. Ich selber habe mich noch nicht so sehr da rein vertieft.

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