Filmformat mit Filmempfindlichkeit verglichen

Heute habe ich im nahen Fotogeschäft nach einem «120er-Film» gefragt für meine 6×6-Kamera Franka Solida II (siehe Bild).

Franka Solida II

Die Mitarbeiterin drehte sich zum Gestell mit den Filmen und sagte: «Wir haben nur 125er» und zeigte dazu auf einen Ilford FP4 35 Milimeter-Kleinbildfilm. Sie verglich die Filmempfindlichkeit ISO 125 mit dem Filmformat 120er Rollfilm. Und weil das Äpfel und Birnen sind, fühlte ich mich natürlich nicht verstanden.

Auch die herbeigeholte Hilfe konnte mich schliesslich nicht bedienen. Denn der Laden führe keine 120er-Rollfilme mehr, wie ich zur Kenntniss nehmen musste.

Der Besuch im Fotogeschäft erinnerte mich daran, dass ich selbst als 16-Jähriger eine Berufslehre als Fotofachangestellter (heute Fotofachmann/Fotofachfrau) machen wollte.

Ich werde mir also den Film so bald wie möglich in einem anderen Fotogeschäft holen, denn so exotisch ist mein Wunsch ja doch nicht.

[Update, 6. Januar 2007] Und doch sind 120er-Filme scheinbar exotisch. Meine entwickelten Negative erhielt ich bei Foto Ganz in einem Umschlag für APS-Filme überreicht. Hier wird aufgebraucht, was noch so rumliegt; eigene Umschläge für 120er-Filme gibt es wohl gar keine mehr. Und die Preise für Filmentwicklungen ohne Fotoabzüge steigen auch immer weiter nach oben …
Zudem überlege ich mir ernsthaft die Anschaffung eines Scanners, der auch meine 6×6-Negative digitalisiert.

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7 Antworten auf “Filmformat mit Filmempfindlichkeit verglichen

  1. Interessant, ich wollte mit 16 auch eine Lehre machen als Fotofachangestellter, da ich keinen einzigen freien Lehrplatz für die Lehre zum Fotografen fand.
    Als ich dann in einem Geschäft schnuppern ging, traf mich fast der Schlag. Die Angstellten dort, mit Ausnahme des Chefs, hatten tatsächlich bei vielen Themen weniger Ahnung als ich (gut, ich las seit 13 auch monatlich FotoMagazin und ColorFoto etc. ;-). Ich suchte z.B. Wochenlang nach dem Diffusor für den Blitz von StoFen und da konnte mir niemand weiterhelfen (dabei sah man das weisse Ding bei jedem Fotografen, den man in der Tagesschau sah beim Blitgerät aufgesetzt ;-) also musste es irgendwie beschaffbar sein…)

    Finde ich toll, dass du auch mit ner 6×6 unterwegs bist. Ich werde mir überlegen, eine SW-Labor einzurichten zu Hause und auch wieder etwas mit Film zu fotografieren…

  2. Da kommt mir wieder die Geschichte in den Sinn, als mein Vater vor etwa zehn Jahren beim Ganz an der Bahnhofstrasse einen Normal-8mm-Film kaufen wollte. Der Verkäufer rief das ganze Verkaufspersonal im Laden zusammen und machte die Ankündigung, dass nun der historische Moment sei, wo die letzte Filmrolle über den Ladentisch gehen würde.

  3. Das mit dem „Exoten“ 120er hab ich in der letzten Zeit leider auch schon oft erfahren müssen. Sogar große Fotokettengeschäfte bieten den teilweise schon nicht mehr an. Anfragen in diversen Foren hatten als Antwort dann immer nur „Ebay“ oder „Versandhandel“.

    Ein Fotogeschäft meinte übrigens bei Nachfrage sogar mal zu mir für Privatpersonen hätten die solche Filme nicht mehr und würden die nur für professionelle Fotografen in großen Mengen bestellen.

  4. Oh, das sind unangenehme Berichte. Dann müssen wir uns eben als Profis ausgeben … Und so eine Bestellung von zehn oder fünfzehn Rollen lohnt sich dann vielleicht doch.

  5. Es gibt sogar in Bern noch Fachgeschäfte, wo man 120er Rollenfilm entwickeln lassen kann, auch E-6 Prozess.

    Vielleicht wird eines Tages kein Film mehr verkauft, aber bis dann gibts vielleicht auch einen wirklich brauchbaren digitalen Back für Mittelformat, der nicht 30 kCHF kostet.

    Vorher gibts einen Nikon LS9000 oder einen Epson V750.

  6. Rollfilme kaufen und entwickeln – bei mir nur noch per Post, schon der Kosten wegen.

    Ich erinnere mich gerade daran, wie mich mal jemand während eines Colosseum-Konzertes auf meine Adox Golf ansprach: „Gibt’s dafür überhaupt noch Filme?“, ehe ihm nach einer kurzen Denkpause bewusst wurde: „Klar, muss es ja geben, sonst würdest Du ja nicht damit fotografieren.“ ;)

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