Buch: «Mein Weg zur Fotografie» von Hans Finsler

Im Podcast PhotoNetCast #10 – It’s all about Books geben die Gastgeber Buchempfehlungen ab. Ich möchte zu dieser Gelegenheit auch einen Tipp abgeben für ein kleines, rares und wertvolles Fotografiebuch:


Hans Finsler. Mein Weg zur Fotografie (Link auf Google Buchsuche)

Hans Finsler stellt drei Fragen und gibt anhand von 30 Aufnahmen Antworten zur Fotografie. Die Fragen sind:

  1. Was ist Fotografie?
  2. Welches sind die Gesetze der Dinge, die ich aufnehme?
  3. Gibt es in der Fotografie eine Wertung der Dinge?

Typisch sind die Aufnahmen von Eiern. Sie dienen erst einmal einfach zur Darstellung von Positiv und Negativ (Weiss und Schwarz) als eine der Eigenschaften der Fotografie. Andere Eigenschaften die veranschaulicht werden sind «fixierte Bewegung», «Richtungslosigkeit», «Ausschnitt aus Raum und Zeit», «Überschneidung», «Schärfe und Unschärfe», «Kontrast» und «Erkennbarkeit». Ein Blick auf die Beispielfotos zu diesen Eigenschaften lässt erkennen, mit welchen Mitteln wir im Medium Fotografie arbeiten. Die Erkenntnisse sind so simpel wie «Die Beeinflussung der Kontraste gehört zum Wesen der Fotografie».

Wenn es in den hinteren Teilen des Buchs um die «Dinge» geht, wird klar, dass die Fotografie viele Möglichkeiten hat, die Wirklichkeit zu verändern.

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Das schmale Buch ist für mich wertvoll, weil es in äusserst knapper Form eine Sammlung von zeitlosen Merksätzen zur Fotografie enthält. Es treibt mich an, die Möglichkeiten der Fotografie bewusst auszuloten, auf Materialien, Ausschnitt und Komposition Wert zu legen.

Hans Finsler wurde 1891 geboren. Er ist Schweizer und studierte in Deutschland Architektur. 1932 kam er nach Zürich und baute eine Fotoklasse an der Kunstgewerbeschule auf. Das Buch «Mein Weg zur Fotografie» erschien erstmals 1971, ich besitze eine Neuauflage von 1991 aus dem Pendo-Verlag. Das Buch ist offenbar vergriffen. Ich habe es im Shop des Museum für Gestaltung gefunden. Das Buch ist zweisprachig mit deutschem und englischem Text (My Way to Photography).

4 Reaktionen

  1. Ich finde dieses Buch von Finsler auch super, vor allem die 30 Fotografien sind genial. Sicher eines der besten Bücher hinsichtlich Fotografie !

  2. Da habe ich wohl offenbar etwas verpasst, das Buch Finsler’s kenne ich leider nicht.

    Doch der Beitrag dazu ist wieder mal so gut verfasst, dass auch ohne das Buch sehr klar ist, worum’s da geht.

    Das mit der Bodennähe hatte ich mir dieses Jahr auch vorgenommen und einige Male umgesetzt. Doch leider erst mit wenigen guten Ergebnissen.
    Interessant daran finde ich auch, wie die Bodennähe nicht „nur“ die Perspektive verändert, sondern den Boden teilweise selbst zum Teil des Motiv’s werden lässt. Und was es auf sich hat, wenn der Boden wie so oft hierzulande nicht eben ist & die Findung der geeigneten Perspektive sich ganz spannend gestaltet :)

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