Vom Spiel mit Licht und der Lochkamera-Fotografie

Am 28. April 2013 ist zum dreizehnten Mal weltweiter Lochkamera-Fotografie-Tag („World Pinhole Photography Day“ WPPD).

Da ich dieses Jahr als freiwilliger Helfer für die Öffentlichkeitsarbeit mithelfe, widme ich mich hier dem Anlass mit einer Reihe von Blog-Posts. Den Anfang macht ein persönlicher Rückblick auf meine Erfahrungen mit der Lochkamera.

Ich war als Lehrling in der Dunkelkammer des Litho- und Reproduktions-Betriebs, als ich Zugang zu technischem Halbtonfilm hatte. Ich schnitt ein Stück davon in die Grösse 6x6cm und legte es in die Glühbirnenschachtel ein, welche ich zuvor als Lochkamera präpariert hatte. Aus dem Fenster des Betriebs richtete ich die Lochkamera auf den Parkplatz hinaus und hielt die Kamera auf dem Sims stabil. Das Resultat war mein erstes Foto mit einer Lochkamera:
Done with a light bulb box

Der nächste Versuch war viele Jahre später als ich 2006 in den noch jungen Tagen von Flickr auf eine Anleitung für eine Lochkamera aus einer Streichholzschachtel aufmerksam wurde.

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Eine solche Lochkamera selber zu bauen ist einfach. Besonders praktisch: Es lässt sich so jeder normale 35mm-Kleinbildfilm belichten. Die Resultate sind recht weitwinklig wegen der kurzen Schachteltiefe.
WPPD 2011

Später machte ich mir die Vorzüge eines vorgefertigten Lochkamera-Kits zu nutze. Diese praktische Lochkamera begleitete mich schon auf einigen Reisen.
(Guernsey)

Schliesslich baute ich eine Grossformat-Lochkamera für 4×5-Inch-Filmhalter. Auch hier stand für mich das spielerische Experimentieren im Vordergrund – mehr als wissenschaftliche Berechnung von Schärfe, Abbildungswinkel oder Bildkreis.
Landscape (Large Format Pinhole)

In meinem Portfolio haben Lochkamera-Fotos einen festen Platz. Etwa die Serie «Lochkamera-Bildpaare» ist ein kleines feines Projekt von mir. Lochkamera-Bilder sind durch einiges Handwerk und einer grossen Portion Zufall entstanden. So fangen sie Momente ein, die noch flüchtiger scheinen, als der Bruchteil einer Sekunde, der eine herkömmliche Kamera festhält.

Wer mich kontaktieren möchte zum Welt-Lochkamera-Fotografie-Tag 2013, der kann das via Kommentar, auf Twitter @sogesehen oder per E-Mail stefan@sogesehen.ch zun. Ich bin interessiert an Ideen für die Offentlichkeitsarbeit, Kontakte zu Medien, die am Thema interessiert sein könnten, und an Lochkamera-Fotografen, die für ein Interview bereit wären.

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2 Reaktionen

  1. Danke Stefan für diesen Einblick. Die Lochkamera-Fotografie ist ja wirklich etwas ganz Besonderes. Fast oder gar nicht zu vergleichen, mit dem was heute unter Fotografie zusammengefasst wird. Seit Jahren fotografiere ich auf diese Weise und keine andere Art fasziniert mich mehr.
    Gruss, Martin

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